takamaka's Blog

Die Takamaka und ihre Crew heißen dich herzlich willkommen auf ihrem Blog!


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Neuer Blog online

für meine kommenden Urlaube habe ich mir eine neue Website erstellt auf der ich Blogge. Hier findet ihr auch informationen über Mitsegeln an Bord der Takamaka(gegen eine geringe Kostenbeteiligung siehe neue Website) und die geplanten Urlaube.
http://www.takamaka-segeln.de

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Simrishamn – Kappeln

Nachdem ich die beiden Jungs zum Zug gebracht habe packe ich, geh noch einmal durchs Städtchen und richte das Schiff für eine windige Überfahrt nach Kappeln.
Der Wind bläst mit 20 Knoten land abwärts in die Segel und die Welle ist dementsprechend klein. Erst als ich um die erste Landspitze herum bin und der Wind ein so dreht, dass ich einen am Wind kurs fahren muss, wird es ungemütlich. Hinzu kommen Böen von rund 30 Knoten, die die immer größer werdenden Wellen zum brechen bringen.
In der Nacht zeigt der Windmesser konstant 35 Knoten (nach Abzug des Fahrwindes 30 Kn und somit 7 Bft) an und raubt mir von meinen 15 Minuten schlaf eine gefühlte Ewigkeit die ich damit verbringe dem Boot beim „Wellen herunterfallen“ zuzuhören.
Immer wenn ich gerade denke, dass ich nun einschlafen könnte, kommt eine große Welle und das Boot hebt sich erst einen Augenblick um nach der Welle mit einem mörderischen Schlag aufs Wasser zu fallen.
Als ich dies eine weile mitgemacht habe und mich mehrmals gefragt habe ob das Boot nicht langsam zerbrechen müsse, beschließe ich abzufallen – was zwar schonender und angenehmer ist, mich dafür aber dem Ziel nicht so schnell näher bringt.
Am kommenden Morgen beginnt der Wind abzunehmen und lässt mich am Nachmittag mit einer vollkommenen Flaute und schlagenden Segeln vor Rostock zurück.
Erst am Abend kommt neuer Wind auf. Schnell sind es 5 Bft von achtern.
Ich kann Kurs anliegen und die Dämmerung bricht bereits an. Ich muss mich entscheiden: Will ich durch den Fehmarnsund, der einige Stunden kürzer ist als der Belt aber überall Untiefen, große Steine und unbeleuchtete Fahrwassertonnen hat oder nehme ich den Umweg in kauf?
Natürlich wage ich mich an den Sund. Vorsegel herunter, Motorlicht an(um zumindest ein Bisschen Licht nach vorn zu haben) und das Großsegel dicht geholt(bei achterlichem Wind). Nach diesen seglerunwürdigen Maßnahmen mache ich noch immer 4 Knoten Fahrt und die Tonnen tauchen meist erst 10 Meter vor mir auf. Im letzten Moment drehe ich ab und vermeide so hässliche Kratzer im Boot. Nach fünf Tonnen habe ich es geschafft. Offenes Wasser, keine Tonnen, wenig Welle.
Windsteueranlage ran, Segel hoch, Schlafen!
-Schön wärs. Das Ganze sieht eher so aus: WSA ran, Segel hoch, 15 Minuten hinlegen, während nach jeder Minute genau 1 Tropfen Wasser sich von der Decke löst und „plop“ auf meiner Nase oder meinem Auge landet.
Nach 14 Minuten, genau in dem Moment in dem ich eine Position gefunden habe in der mich dieses fiese Ding nicht trifft, klingelt mein Wecker. Aaaauufstehen.
Einmal umschauen, Kurs kontrollieren, dann beginnt die Folter von neuem.
Als ich bei H&S ankomme hat der Wind zum Glück abgenommen und ich lege voller Vorfreude auf das deutsche Bier, Brot und die Heimat an.
Selbst der einhand anleger in der Box mit Halbwind hat perfekt gesessen und ich habe den ersten Segelurlaub hinter mir in dem ich jegliches Anlegemanöver, ob einhand oder mit crew, bei stark oder schwachwind, Heckanker, Boje, Betonmauer, Box oder Schlengel, zu meiner vollsten Zufriedenheit vollbracht habe — ein persönlicher Triumph.


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Visby – Grönhögen – Simrishamn

Nach einer viel zu kurzen Nacht stehen wir auf um früh nach Simrishamn aufzubrechen.Der Wetterbericht sagt 6 Bft voraus. Auf der Kreuz. Voller Vorfreude auf diese „spaßigen“ Tage bis Simrishamn verlassen wir also den Hafen.Schon nach einem Tag ist die Freude am Wetter vergangen und ein schwaches Tröpfeln des Wassers sorgt für feuchte Kojen.
Wir (oder viel mehr ich) entschließen uns den nächsten Hafen anzulaufen. Durch permanente Winddreher entscheiden wir uns 3 mal um und fahren dann auf den Grönhögener Hafen zu.
Noch eine Seemeile. Die Welle wird steiler, aber auch kleiner. Der Wind drückt mit kalten 30 Knoten von achtern auf das Boot und die Nacht ist stock finster. Ich verlasse mich komplett auf den Laptop, der mich durch die ca 15 Meter breite Hafeneinfahrt führen soll. Als ich den Anschein einer Betonwand vor mir sehe und Jojo mit einer Lampe nach vorn schicke sind wir noch 50 Meter von der Mole entfernt und rechts und links sind 10 Meter Platz bis zu Untiefen und Steinen.
Mit 5 Knoten laufen wir in den Hafen ein, ich schaffe es mit Vollgas gerade so in dem kleinen ungeschützeten Hafenbecken zu drehen. Die Leinen und Fender noch schnell auf die andere Seite und der zweite Anlauf gelingt.
Die Welle Steht im Hafen und drückt genauso wie ungebremste 25 Knoten Wind auf das Schiff, das sich ruckartig an der Betonmauer hoch, runter, vor und zurück bewegt.Wir liegen einen Tag im Hafen bis der Wind sich beruhigt hat und brechen dann Richtung Simrishamn oder, sollte es reichen, nach Koppenhagen auf.
Als der Wind einschläft sind wir noch 25 Seemeilen von Simrishamn entfernt. Wir segeln innerhalb von 7 Stunden 5 Seemeilen und starten den Motor. Nach vier weiteren Stunden kommen wir im Hafen an wo ich meine diesjährige Crew verabschieden werde. Jojo und Ferdi fahren morgen früh mit dem Zug nach Koppenhagen und von dort aus mit dem Flugzeug ins nichts.
Mir bleiben noch 6 Tage bis ich das Boot in Kappeln abgestellt haben muss.


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Töre – Visby

Ich komme gerade vom Duschen zurück zum Boot als ich unseren Deutschen Nachbarn, den einzigen Segler in Törehamn außer uns, auf dem Steg treffe. Er ist gerade dabei abzulegen und hat uns seine gesamten Essensvoräte vermacht, die den Winter nicht überleben würden. Pumpernickel, Pickup, einen Schlauch voll Wein, den wir sicher gut gebrauchen könnten, so sagt er. Noch während des Frühstücks klopft es an unserem Boot. Ein seglerpärchen aus Süddeutschland steht vor mir und sie erzählen mir von ihrem Leid. Sie machen Landurlaub da der Motor ihres Segelbootes den geist aufgegeben hat und eine Weitereise unmöglich machte. Sie geben mir allerlei hilfreiche Tips und fahren anschließend mit den zwei Jungs einkaufen während ich mir DAS ZERTIFIKAT hole.
Anschließend legen wir ohne Ferdi ab, der an Land bleibt um einige Bilder von der Taka vor der „gelben Tonne“ zu machen, die den Nördlichsten Punkt der Ostsee markiert.

Nachdem wir das Ziel der Reise erreicht und erfüllt haben beschließen wir direkt bis auf die Höhe Stockholms durchzusegeln.
Die ersten zwei Tage stecken wir in einer Flaute wie ich sie noch nie gesehen habe. Kein Windchen bläst. Kein Land in Sicht. Unsere Reise verlängert sich also um mindestens zwei Tage. Ich hoffe dass die Voräte ausreichen würden (ohne die des Seglers aus Töre hätten sie sicher nicht gereicht).

Waschen würden wir uns die kommenden 6 Tage mit Meerwasser und die Sonne bietet immer wieder die Möglichkeit ins Wasser zu springen.
Der Wind frischt auf und wir können unsere Fahrt endlich fortsetzen. Auf der Kreuz.
Erst zwei Tage später können wir gute Fahrt aufs Ziel zu machen. Um Strom zu sparen schalten wir alle Elektronischen Geräte ab solange wir sie nicht benötigen. Jojo reinigt zwar Vergaser, Zündkerze und Luftfilter, stellt das Benzin-Luft gemisch richtig ein aber der Generator will nicht richtig laufen und so können wir nur mit der Lichtmaschine des Innenborders die Batterien laden.

Nach ca. 4 Tagen beginnen wir endlich mit 5 Knoten Fahrt auf unser neues Ziel, Visby, zuzurauschen. Wir würden direkt bis nach Gotland durchsegeln und dort unsere Voräte aufstocken. Der neue Starkwind pustet uns mit 30 Knoten entgegen und wir kämpfen uns die Wellen hinauf und klatschen danach laut auf die Wasseroberfläche klatschend wieder hinab. Nach 2 weiteren Tagen erreichen wir Visby und sind Froh, dass wir wieder Land unter den Füßen haben.
Schadensbericht: Batterie heruntergebrochen, Genua 1 gerissen, Generator nicht repariert bekommen, ein Pulli von Jojo mit Öl befleckt.
Strecke: ca. 700 Seemeilen gesegelt, davon 550 Seemeilen Strecke aufs Ziel zu gemacht.
In den kommenden Tagen werden wir uns langsam die Küste entlang Richtung Koppenhagen bewegen.


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Pitea – Töre

In Pitea angekommen fange ich erst einmal an das Boot zu reparieren und nehme Kontakt zu „Origotex“, einer ein-Frau-Firma, auf die mir meine Sprayhood nähen kann. Schon am Folgetag kann sie mir helfen und gibt mir danach noch eine Stadtführung durch Piteas Altstadt.
Ich erfahre, dass Pitea eine alte Kirchenstadt ist zu der die Bauern ab dem 15. Jahrhundert wandern mussten und sich dort kleine Häuschen zur zwischenzeitlichen Unterkunft bauten. Die Häuschen haben die Größe von einem Zimmer und sind 2 Stockwerke hoch. Nach 2 Stunden Arbeit, Hilfe und netter Unterhaltung werde ich in Hafennähe abgesetzt und empfange wenige Stunden später meine Freunde aus München.
Jojo und Ferdi wollen mich die nächsten 2 Wochen begleiten und helfen mir fleißig beim reparieren damit wir so schnell wie möglich nach Töre aufbrechen können.
Der Hafen liegt hinter uns, die Untiefen ziehen vorbei. Noch 10 Seemeilen bis zum offenen Meer. Fünf Stunden später erreichen wir den Wegpunkt und segeln von Flaute begleitet nach Norden. Zwar nervt das Schlagen der Segel, bietet aber zugleich die Möglichkeit ins Wasser zu springen und ein wenig in der Sonne zu Baden. 25 Stunden später machen wir in Törehamn fest und fallen nach einem leckeren Pfannenkuchen-Abendessen mit kaltem Sekt und Martini nahezu unverzüglich ins Bett.


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Arholma – Pitea

Nachdem ich ausgeschlafen habe gehe ich in eine nahe Bucht mit runden felsen und glasklarem Wasser. Ich wasche mich, schwimme eine kleine Runde und gehe anschließend in das kleine Städtchen wo ein „Fest“ zum 100. Jahrestag des Dorfladens gefeiert werden soll. Ich finde eine Gruppe von ca. 30 Menschen die Kaffee trinken und einkaufen und tue es ihnen gleich.
Als das Boot gerichtet ist und der Wetterbericht für die kommenden 3 Tage 3-4 Bft. aus S-SW vorhersagt beschließe ich direkt nach Töre zu fahren. In 4 Tagen würde der Wind auf 7 Bft auffrischen und aus NW kommen.
Nach 2 Tagen habe ich bereits mehr als 250 der insgesamt 360 Seemeilen bei strahlendem Sonnenschein zurückgelegt und bin zuversichtlich nicht kreuzen zu müssen.
Der Wind schläft kurz darauf ein. Nach einem halben Tag Windstille verkündet ein Nordwestwind von 20 Knoten: „Hör auf so schnell vorwärts zu kommen und Kreuze einen Tag. Gehe NICHT über Los, ziehe keine DM 2000 ein!“. Ok. Ich werde die letzten 80 Seemeilen kreuzen.
Nach 30 Seemeilen frischte der Wind, der ursprünglich auf 7 Bft (für mehr als 24 Stunden später) vorhergesagt war auf 8 Bft. auf. Kreuzen ist kaum noch möglich und die WSA kaum zu gebrauchen. Das Boot geht in den Wind und die Fock steht Back. Es dreht dich im Kreis als ich in Hose und Pulli herausgestürzt komme. Das Wasser wird 10 cm dick über den Rand der Blicht gedrückt. Ich schmeiße die Fock los, bringe das Schiff auf kurz, hole einen Lifebelt und berge sie.
Das Schiff fährt nun nurnoch 5 Knoten in einem Winkel von 80° zum Wind.
Ich wechsle die Klamotten, ziehe mir Wetterfeste Kleidung an und beobachte das Schiff 2 Stunden lang. obwohl der Wind weiter auffrischt bleibt es stabil. ich bin nur 40 Seemeilen vom Ufer entfernt und es weht erst seit 4 Stunden – die Wellen waren noch klein. Der Windmesser zeigt in Böen bereits 52 Knoten Wind. Ich nutze die Stunden die bleiben um ein wenig Schlaf zu bekommen – das Schiff läuft währen dessen allein ab, an ein kreuzen ist nicht mehr zu denken. Der Sturm hält schon mehr als 12 Stunden an.
Ich Steure seit 3 Stunden selbst. Der Wind hat auf konstant mehr als 50 Knoten zugenommen und es kommen immer wieder rießige Wellen auf mich zu die eine Schaumkrone tragen die so hoch wie die Bootswand ist.
Der Wind bringt eisige Kälte aus dem Norden und ich muss dringend wieder ins warme. Als er etwas abgenommen hat und die Schaumkronen kleiner werden binde ich das steuer erneut fest und lege mich in die Koje.
Nach einiger Zeit wache ich von einem Lauten Schlag auf. Alle Gegenstände aus der gegenüberliegenden Ablage liegen auf mir, Glassplitter sind um mich herum verteilt.
Ich gucke nach draußen. Die Pinne hat sich losgerissen, eine Welle uns von der Seite erwischt und offensichtlich Platt mit dem Segel auf das Wasser gedrückt.
Ein glück, der Mast steht noch. Die Sprayhood ist heruntergerissen, das Seil was den Traveler auf seiner Schiene hält ist gerissen, der begrenzende Block der Schiene vom Traveler herausgeschlagen. Ein Bild der Verwüstung. Ich ziehe mir rasch das Ölzeug an, nehme eine neue Schwimmweste, da die alte sich aufgeblasen hat und gehe raus.
Ich befinde mich nah an der Finnischen Küste und muss dringenst in einen Hafen bevor noch mehr kaputt geht. Leider habe ich mir das Geld für die Karten auf der Finnischen Seite gespart und muss nun zurück nach Schweden. Ich laufe mit 40° Winkel vor den nun rießigen Wellen her und traue mich nichtmehr das Steuer loszulassen. Nach 7 Stunden erreiche ich die Landabdeckung vor Pitea, der Wind hat auf 30 Knoten abgenommen und die Welle wird durch das nahe Land kleiner.
Nach mehr als 450 Seemeilen, einem Sturm von 10-11 Bft und 4 Tagen erreiche ich den Hafen.
Ich war – und bin noch immer froh, es so gut überstanden zu haben (es war das erste mal, dass ich bei Sturm dachte es nicht zurück zu schaffen).
Eine Erfahrung die ich nicht noch einmal machen möchte.